Historie

Das erste Auto an der Saar

Man schrieb das Jahr 1895. Der kleine Ort Friedrichsthal stand wirtschaftlich in seiner vollsten Blüte. Seit 15 Jahren hatte Friedrichsthal bereits eine eigene Kommunal-Verwaltung. Alle Glashütten, so auch die auf dem heutigen Firmengelände, erzeugten Produkte für viele Länder Europa’s, gleichzeitig waren vom Bergbau zur Kohleförderung alle Schächte abgeteuft. Durch mehrere Eisenbahnstrecken war Friedrichsthal bereits voll erschlossen. Selbst der Quierschieder Bahnhof befand sich zur damaligen Zeit auf Friedrichsthaler Bann.

Der Grubenmaschinenmeister Johann Schorr meldete in Jahr 1985 bei der Handwerkskammer in Saarbrücken eine Mechaniker Werkstatt an. Diese befand sich in der Saarbrücker Strasse etwas unterhalb des heutigen Wasserwerkes. Gemeinsam mit seinem Bruder Fritz reparierte Johann Schorr mechanische Anlagen und sie begannen bald auch Fahrräder, Motorräder und Nähmaschinen zu verkaufen. Selbst damals schon Produkte aus dem Hause Opel. Mehrere Nähmaschinen, ein Fahrrad und sogar ein Kinderwagen befinden sich heute noch in unserem Besitz.

Schon 7 Jahre später machten die Brüder Johann (Senior) und Fritz Schorr von sich reden. Sie erbauten zwar nicht das erste Automobil überhaupt, stellten aber 1902 einer erstaunten Öffentlichkeit einen Motorwagen vor, von dem sogar die Presse Kenntnis nahm.


Die SAABRÜCKER ZEITUNG berichtete im Februar 1902 darüber so:

"Einen günstigen Erfolg auf dem Gebiet der Technik erzielten die Gebrüder Johann und Fritz Schorr von Friedrichsthal. Die Genannten beschäftigten sich schon seit geraumer Zeit mit dem Problem der Erbauung eines praktischen Transportwagen, der von einem Benzinmotor angetrieben wird. Gestern (5. Februar) unternahmen die Erfinder in Gegenwart einiger Sachverständiger die erste Probefahrt, die glücklich von statten ging. Der mit vier Personen besetzte Wagen bewältigte die sehr steile Straße von Friedrichsthal nach Bildstock sehr gut. Die dabei zu passierenden Kurven der Straßen wurden zur allgemeinen Zufriedenheit überwunden. Der Motor ist zu viereinhalb Pferdestärken berechnet. Dem Vernehmen nach sind schon drei Motore in Bestellung gegeben, so daß die Herren Schorr, die, nebenbei bemerkt, von Profession Grubenschlosser sind und in Maybach arbeiten, mit dem Erfolge sehr zufrieden sein können."


Nach dem Krieg, als Johann Schorr noch in Gefangenschaft und die Werkstatt von dem Amerikanern beschlagnahmt war, wurde der Betrieb von der Ehefrau weitergeführt, zu der Zeit ausgelagert in das heutige Helenengelände. Bald erfolgte dann wieder der Einzug in die Saarbrücker Strasse 47.

Während dieser Zeit wurde dann vorübergehend die Marke Renault aufgenommen. Da das Unternehmen aber bereits seit 1926 Vertragspartner der Adam Opel AG war und einige Kunden weiterhin Opel fahren wollten, wurden die Fahrzeuge damals in Paris und Nancy besorgt - heute würde man das Re-Import nennen.

Nach der wirtschaftlichen Rückgliederung des Saarlandes musste man sich zwischen Opel und Renault entscheiden, wobei die Entscheidung in Friedrichsthal für Opel getroffen wurde.

Im Mai 1995 feierte das Unternehmen somit sein 100 jähriges Bestehen.












 

Unser Standort in Friedrichsthal

Nachfolgend einige photographische Dokumentationen:




 







 


Rechnungen aus vergangenen Tagen